Fr 4. Juli – Etappe 4, knapp 18km, über 1300m hoch und nochmal soviel runter, laut Gr10 Wanderführer über 9 Std. Laufzeit. Trotz frühem Wecken gegen 4.45h bin ich erst gegen 6.30h los, trotzdem vermutlich als erster (mit einer extra Ration Wasser und damit 1 kg schwerer, da es nur eine Wasserstelle unterwegs geben sollte). Vielleicht bin ich erst so spät los, weil bei den anderen sich in den Zelten noch nach 5h kaum was rührte…. oder ich einfach rum getrödelt habe. Alle anderen haben mich später überholt, auch ein Pärchen mit 2 Hunden…auf dieser Strecke… wow. Teilweise lief ich in Sichtweite anderer, aber da ich der langsamere war, bin ich den größten Teil alleine gelaufen.
Tja, da ich ja schon eine Pause wegen Überanstrengung einlegen musste und diese Etappe auch nicht zu den einfachen gehört, hatte ich daran gedacht, mir bei ca. der Hälfte der Strecke einen Zeltplatz zu suchen.
Nach ordentlichem Aufstieg und als ich dann an die Stelle kam, wo man dann gut sein Zelt aufschlagen kann, war es aber noch vormittags und ich war in dem ehrgeizigem Irrglauben, die zweite Hälfte genauso „gut“ hinter mich zu bekommen und somit einen halben Tag aufzuholen – denkste….es kam genau anders herum. Es ging weiter hoch über Bergspitzen und an -klippen vorbei….Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir eine Gruppe Wanderer (Männer und Frauen) auf über 1000m in diesem Terrain entgegen kamen, von denen viele wesentlich mehr graue Haare hatten als ich….sprich älter waren…Keine Ahnung was die so zu sich nehmen, aber ich glaub, das will ich auch 🙂
Da oben war es heute leider oft nebelig bzw. wolkig, somit konnte man (teilweise zum Glück) nicht immer sehen, wie tief es ein paar Meter weiter hinunter geht. Ich bin mindestens zweimal vom Weg abgekommen, hat aber wohl weniger am Nebel gelegen, die Markierungen waren z. B. in den Steinfeldern nicht immer gut für mich ersichtlich. Leichte Panik und Nervosität machten sich breit…. Einmal bin ich den Weg zur letzten Markierung zurück gelaufen und habe dann denn weiteren Weg gefunden und bei dem anderen Mal habe ich das GPS meines Handys benutzt und querfeld wieder zum Weg gekommen – ich bin sehr froh über das GPS bzw. das Handy – das war und ist eine große Hilfe für mich.
Man muss dazusagen, dass es nicht für jeden so eine Herausforderung ist wie für mich… Die meisten laufen da wohl selbstsicher und gut orientiert durch…Vermutlich auch ohne Karte und GPS… Ist wohl Gewöhnungssache.
In einem Waldstück kam ich auch nochmal vom Weg ab, orientierte mich aber dann an anderen Wanderern, die gerade hinter mir auftauchten.
Dann war das Problem, dass, wohl vor allem durch den Abstieg mit immer noch schwerem Gepäck, meine Knie nicht mehr so wollten…Erst eins, ich legte dann meine mitgebrachte Bandage an, dann wegen Schongang, auch das andere. Auf dem Abschnitt wollte ich aber nicht campieren…. Es kam dann auch noch Regen und Gewitter dazu … Sehr langsam kam ich dann gegen 17h bei einem Campingplatz an…nachdem mich noch kurz vorher ein Hund ausgebellt hat und mir kurz nachgelaufen ist….morgens gab es auch schon so einen Fall….solche Wachhunde sind nicht selten hier… Mulmig macht es mich, dass die oft frei herumlaufen und teilweise dann direkt auf der Straße stehen und man an denen vorbei muss. Der mir dann zugewiesene Bereich auf dem Campingplatz stand bald unter Wasser, es hagelte auch, glücklicherweise habe ich im Regen nicht aufgebaut, ausserdem war noch das Problem mit den Knien. Mittlerweile konnte ich mich auch ohne Rucksack nur noch einigermaßen mit Stöcken fortbewegen. Mir war dann klar, dass es jetzt erstmal nicht mehr weiter geht für mich und ich ein oder mehrere Tage hier verbringe. Es gab da noch einen Raum in den man sich zurückziehen konnte, dort wurde mir ein Schlafplatz angeboten, was ich gerne an nahm. Anfänglich waren dort noch andere, einige organisierten sich noch eine andere Unterkunft, zwei andere Wanderer verzogen sich in den Waschraum zum schlafen, da sie mich am nächsten Morgen nicht stören wollten. Somit verbrachte ich die Nacht dann alleine in dem Aufenthaltsraum.
Erkenntnis des Tages: So geht’s nicht weiter! Die meisten Wanderer, die ich nach ihrem Rucksackgewicht fragte, hatten weniger… aber ich weiß nicht wo ich noch einsparen soll….Also muss ich wohl vielleicht weniger Kilometer am Tag machen…Ich wollte zwar gerne die Strecke bis zum Ende durchwandern, aber wie heißt es so schön…. Der Weg ist das Ziel….
So genug, jetzt ein paar von den gefühlten tausend aufgenommenen Fotos 🙂
P.s. Mir geht’s soweit gut!
4 Gedanken zu „Mein erster 1000er auf der Strecke, aber…“
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Hallo Sandro,Pass auf dich auf noch eine schöne Tour . Uns geht’s gut fahren am Samstag wieder heim . Liebe Grüße Andreas und Moni
Hallo ihr zwei,
freue mich, von euch zu hören und dass es euch gut geht 🙂
Hallo Bruderherz, mach langsam, mit dem Knie ist nicht zu spaßen.Kühlen Hilft auch nur wenn keine entzündung drin ist. an sonsten hilft ein Salbenverband. Ich wünsche Dir eine erholsame Nacht ud drück dich .
Wenn Salbe da helfen kann, versuche ich das gleich mal…dafür habe ich ja das ganze Zeugs mitgeschleppt 😉